Korunk  

Ein Forum. Forum der Kultur, der Wissenschaft. Sein Geburtsort, sein ständiger Wohnsitz: Klausenburg (Kolozsvár, Cluj - Siebenbürgen, Rumänien, Mitteleuropa). Sein Gründer-Redakteur, László Dienes nannte es im Februar 1926 „monatliche Rundschau" (am Anfang der siebzigen Jahren, vorübergehend, entschien unter dem Zeitschriftstitel diese Bestimmung wieder), doch setzte er aber seiner Mitarbeiter auch nicht nur die Rundschau zum Ziele, sondern die freie Erörterung der sich verdichtenden und sich verwickelnden Weltprobleme. „Niemandem wollen wir statt der alten Dogmen neuen aufzunötigen." Diese Form der weltanschaulichen Überzeugung mochte er im Dienste der Erschaffung der „lebenden schaffenden Einheit der europäischen Seele" setzen. Der Dienes als Redakteur ablösender Gaál Gábor kämpfte auch mit der zurückziehenden Kraft der Provinz, er aber vertauschte mit einem europäischen Widerhall messbarem Erfolg den Liberalismus mit dem Marxismus. Nach einer Unterbrechung von sechzehn Jahren, kam unter den Titel des in 1957 neubegonnenen Korunk die Bezeichnung „Weltanschauliche, gesellschaftliche, wissenschaftliche und Bildungsrundschau", und dies bedeutete die Erweckung des Erbes von Gaál Gábor. In den sich mildernden Jahren der kommunistischen Diktatur in Rumänien (vom Mittel der sechzigen Jahren bis zum Anfang der achtzigen) überwogen in der Zeitschrift die alte und neue siebenbürgische Werte, die europäische Normen des Humanismus, das Blatt geöffnete sich nach dem selbständigen Denken. Der Dezember von 1989 brachte die Zäsur zwischen dem zweiten und dem dritten Jahrgang. Das Korunk bewahrte den alten Titel von Dienes (Korunk - Unser Zeitalter), weil seine Redakteuren die Diagnose von 1926 über „die Neurose unseres Zeitalters", also über „die notwendigen Folgen des Faschismus, des Bolschewismus und anderen Diktaturen" fortsetzbar fanden. Die drei Wörter, die den alten-neuen Zeitschriftstitel auslegen (und die an der Stelle der sozialistischen staatlichen Vorschrift traten), Kultur - Vaterland - Welt, bezeichnen einen Inhalt, Form und Ziel. Im letzten Jahrzehnt des Jahrhunderts, mit der Teilnahme einer sich ständig verjüngenden Arbeitsgemeinschaft, wurde die betonte Redaktion zum Redaktionsgrundprinzip: der Korunk-Leser kann mit der Landkarte der Problemen des Ungartums, Siebenbürgens, Rumäniens, Mitteleuropas und der sich durch der Media verbreitenden Welt Bekanntschaft machen. Das Korunk möchte die Forderungen des dritten Jahrtausends mit der Bewahrung der traditionellen Zeitschriftsform und der Nebenpublikationen (ungarische und rumänische Presseschauen, ungarisch, englisch, deutsch und rumänisch erschienene Bücher, Anthologien) durch ein neues, weiter wirkendes, sichtbares Forum anzunehmen. Natürlich ist es von dem Weltnetz die Rede, von der Schaffung von Beziehungen mit unseren - hoffentlich nicht mehr nur virtuellen - Lesern, die in verschiedenen Länder, weit von Siebenbürgen leben.